Spielertipp März 2018

Yasaka Ma Lin Carbon





Häufig widmen wir uns im Spielertipp den Neuheiten aus den Bereichen der Tischtennis-Beläge oder Hölzer. Ist ja auch klar, denn aus Erfahrung wissen wir, dass das Interesse an Neuentwicklungen, zum Beispiel im Belagbereich, besonders groß ist. Zu kurz kommen jedoch die Produkte, die seit Jahren Teil eines jeden Shop-Sortiments sind und gemeinhin als „Klassiker“ bezeichnet werden. Das möchten wir zumindest einmal im Jahr ändern und haben uns für den März 2018 ein Produkt herausgepickt, das aus der TT-Szene kaum wegzudenken ist. Es hat schon große Erfolge feiern dürfen, wie zum Beispiel den Olympiasieg 2008 in Peking. Die Rede ist vom Yasaka Ma Lin Carbon. Ein Holz, dass schon etliche Veränderungen in unserem geliebten TT-Sport überstanden hat (Frischklebeverbot, Einführung des Plastikballs, etc.) und dabei immer noch zu den beliebtesten Hölzern weltweit gehört. Die Vermutung liegt nahe, dass das Yasaka Ma Lin Carbon etwas Magisches in sich trägt. Ob wir vielleicht etwas von dieser Magie für unsere eigene Vorhand abzwacken können? Wir probieren es einfach aus.

Wichtige Details vorweg: Unser Testexemplar wiegt ca. 83 Gramm, was sogar noch knapp unter dem vom Hersteller angegebenen Durchschnittswert von ca. 85 Gramm liegt. Eine angenehme Überraschung. Die Linse verrät uns außerdem, dass das Holz made in Sweden ist. Es kommt also aus einem Land mit einer großen TT-Tradition und viel Know-How in der Herstellung von Schlägerhölzern. Ein Grund mehr, an echte Magie zu glauben…

Am Tisch zeigt sich das Ma Lin Carbon zuerst von seiner braven Seite. Die ersten Konterschläge und Topspins machen deutlich, dass wir es hier nicht mit einer unkontrollierbaren Rakete zu tun haben. Nein, das MLC ist eher von der gefühlvollen Sorte. Es räumt mit dem Vorurteil auf, dass Carbonhölzer grundsätzlich knallharte, für den Draufgänger bestimmte Schnelligkeitswunder sein müssen. Das Tempo des MLC ist eher als moderat zu bezeichnen.

Viel auffälliger ist jedoch der hohe Ballabsprung, den man in gewissen Spielsituationen auch als Katapult bezeichnen kann. So wirkt er nämlich, wenn man zum Beispiel Gegenspins spielen oder einen harten Topspin auf einen eher zurückhaltenden Ball des Gegners anbringen möchte. Man spürt in solchen Momenten sehr deutlich, wie das Holz ein ganz klein wenig nachgibt und so den Moment des Balltreffpunktes verlängert. Das vereinfacht den Umgang mit dem MLC doch immens, denn es gibt nicht viele Dinge, die schwieriger zu handhaben sind, als schnelle und knallharte Carbonhölzer, die den Ball sofort wieder von sich wegdrücken.
Eine Folge dieses kleinen aber feinen Katapulteffektes ist auch die somit einfacher zu gestaltende Spinentwicklung. Denn dem Spieler ermöglicht das Ma Lin Carbon doch erstaunlich viel Rotation zu erzeugen. Klar, Spin wird immer noch in erster Linie durch den Belag erzeugt. Das Holz liefert für den Moment des Balltreffpunktes jedoch das nötige Feingefühl, um wirklich die optimale Rotation erzeugen zu können. Greif doch einfach mal zu einem Holz, mit dem du überhaupt nicht klarkommst. Du wirst sofort merken, dass nicht nur die Präzision deines Spieles leiden wird. Nein, auch die Rotation kommt deinem Spiel abhanden.

Und genau hier liegt eben die Stärke des Yasaka Ma Lin Carbon: Trotz seiner Carbon-Zwischenlagen lässt dieses starke Holz erstaunlich viel Gefühl zu und fokussiert sich zu keiner Sekunde nur auf Tempo. Eine wirklich großartige Eigenschaft, die vielleicht tatsächlich ein klein wenig mit Magie zu tun hat.
Das Investment von 55,90 Euro (so die UVP) legen wir den Spielern nahe, die ihr traditionelles Topspinspiel mit etwas Carbon, etwas mehr Qualität und minimal mehr Tempo versorgen möchten. Ein tolles Holz, das sich seinen Platz im ewigen Holz-Olymp durchaus verdient hat.

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