Spielertipp November 2018

DHS Fang Bo Carbon





China gilt seit jeher als das Mekka des Tischtennissports.
Das Reich der Mitte stellt in allen Weltranglisten die Führenden und dominiert seit langer, langer Zeit das internationale Geschehen. Abgesehen von den wirklichen Legenden, die jahrelang am Drücker bleiben und eine Goldmedaille nach der anderen sammeln, schafft es China auch eine schier unüberschaubare Zahl an Spielern auszubilden, die sich in der erweiterten Spitze der Welt tummeln. Manche dieser Spieler schaffen es für kurze Zeit die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Doch zumeist werden sie schon nach wenigen Jahren, manchmal sogar Monaten von den jüngeren Talenten verdrängt.

Ein Spieler, der Phasen eines jeden Jahres immer mal wieder in den Top 10 der Welt logiert, dem immer mal wieder der Vorstoß in die Weltspitze gelingt, ist Fang Bo. Der Silbermedaillengewinner der WM in Suzhou 2015 gehört seit vielen Jahren zum A-Team der größten und besten TT-Nation der Welt, auch wenn ihm bisher der ganz große Wurf verwehr blieb.

Die chinesische Traditionsmarke Double Happiness rüstet Fang Bo bereits seit Karrierebeginn aus und bringt nun mit dem Fang Bo AC OFF ein Holz auf den europäischen Markt, das für eine Vielzahl an Spielern höchst interessant sein dürfte. Warum? Das beantworten wir im Spielertipp November 2018!

Die Fakten:
Das uns vorliegende Testexemplar begrüßt uns mit einem auffälligen roten Griff, sobald wir es aus der schmucken, silbern glänzenden Verpackung herausholen. Die Schlagfläche ist außergewöhnlich groß, wie es sich für Hölzer aus dem Hause DHS gehört. Ganz im Gegensatz dazu der Griff. Der ist etwas schmaler als wir es von anderen Modellen des S&M-Sortiments kennen und ist zudem nur in konkav erhältlich. Spieler, die sonst kräftigere Griffe bevorzugen, müssen sich unter Umständen mit Griffband aushelfen, um es sich gemütlich zu machen. Mit 90 Gramm liegt das Fang Bo AC OFF völlig im Rahmen dessen, was von einem Carbonholz hinsichtlich des Gewichts zu erwarten ist.
Der Furnieraufbau des Fang Bo AC OFF folgt einem Trend: Immer häufiger greifen Carbon-Fans zu Hölzern, bei denen die Carbon-Zwischenlage nicht direkt unter dem Außenfurnier liegt. Stattdessen liegt sie um das Kernfurnier herum, so dass zwischen Ball und Carbon-Zwischenlage eine weitere Holzschicht den Balltreffpunkt abdämpft. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Carbon verliert leicht an Einfluss, der Balltreffpunkt ist dadurch nicht zu hart und unkontrolliert. Der Ball verweilt gefühlt minimal länger auf dem Holz, wodurch der Spieler das Gefühl entwickelt, mehr Einfluss auf die Flugkurve des Balles zu haben. Ein Effekt, der gemeinhin als Kontrolle oder Ballgefühl interpretiert wird.
Dieser Effekt entfaltet sich auch beim DHS Fang Bo AC OFF vollends. Während der Akteur in aktiven Momenten die volle Power der Carbonzwischenlage nutzen kann, um den Ball zu beschleunigen, vergisst er bei passiven Schlägen manchmal sogar, dass er es mit einem Carbonholz zu tun hat.

Große Stärken offenbart das Fang BO AC OFF auch im Aufschlag- und Rückschlagspiel. Trotz des vergleichsweise großen Schlägerblattes bietet das Holz eine tolle Balance. Gerade, wenn es um das schnelle Handling über dem Tisch geht, profitiert der Spieler immens von dieser Balance. Aktion und Reaktion – beides ist für den Akteur möglich, ohne dass die Schläge an Qualität einbüßen.
Das DHS Fang Bo AC OFF (UVP 89,90 EUR) ist ein Multitalent, das beste Voraussetzungen für ein modernes Offensivspiel bietet. Spieler, die bisher auf Carbon verzichtet haben („zu schnell und zu hart“), dürften ebenso begeistert sein wie Spieler, die in Zukunft mehr Variabilität und Rotation in ihr Spiel einbauen möchten.

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